Dieses Jahr habe ich meine achte Saison als Hochzeitsfotografin gemeistert. Ganz schön verrückt, wenn man bedenkt, dass ich vor ca. 10 Jahren noch nichtmal hobbymäßig fotografiert habe…

Heute ist der 31.12.2019 und so auf dem letzten Drücker, bevor das neue Jahrzehnt (!) anfängt, dachte ich, ich tippe auch mal einen kleinen Jahresrückblick. Man hält viel zu selten inne und überlegt, WAS hat man in 365 Tagen eigentlich so gemacht? Und erinnert man sich daran auch nächstes Jahr noch oder übernächstes? Dieser Blogpost dient also erstmal als Erinnerung für mich, quasi ein kleines Tagebuch, aber vielleicht interessiert es auch den ein oder anderen. Vielleicht möchtest ja genau du, den Weg des Fotografen einschlagen oder du bist einfach ein Stalker und willst wissen, was ich eigentlich alles so gemacht habe.

Kurz und knapp:

– Ich habe 27 Hochzeiten begleitet (in Deutschland & eine in Österreich)
-über 100 Fotoshootings zwischen Allgäu, Aalen und Heilbronn umgesetzt. Ergebnisse zeige ich euch ja immer wieder (wenn ich darf) auf meiner Facebookseite.
-war achtmal im Ausland (geschäftlich und/oder privat)
-bin im September 30 Jahre alt geworden (fühle mich wie immer)
-habe 2 Konzerte besucht (1x Rammstein, 1x Xavier Naidoo – geile Mischung ich weiß)
-hab meinen ersten Vortrag bei einer Konferenz für Fotografen in Wien gehalten
-bin zu meinem Freund gezogen (mein privates Highlight natürlich)

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Lang & ganz und gar nicht knapp:

2018 war ja mein absolutes Reisejahr. 2019 wollte ich es etwas ruhiger angehen lassen, aber schon der MÄRZ startete mit meinem Highlight überhaupt. Es ging nach Bali. Dort traf ich meine Freundin Anna, ebenfalls Fotografin (schaut gerne mal auf ihrer Reise-Homepage vorbei smilingbackpack.com). Gemeinsam waren wir mit dem Rucksack gute 2,5 Wochen unterwegs. Schon alleine über Bali zu schreiben, würde diesen Jahresrückblick definitiv sprengen! Daher nur eine kleine Zusammenfassung: Bali ist wunderschön & supergünstig. Der Flug von München über Doha nach Denpasar hat mich insgesamt 760 Euro gekostet. Die restliche Reise summiert sich auf höchsten 300 Euro. Inkl. Essen, tollen Unterkünften, Fähre, Rollerfahren etc.! Ich erinnere mich besonders an: Schnorcheln mit Schildkröten auf den Gili Inseln, den Besuch der Reisterrassen, den frechen Affen der meine Trinkflasche geklaut hat, die Tage auf den Inseln Nusa Penida (Diamond Beach) und Nusa Lembongan (blaue Lagune), das Rollerfahren, die Wanderung auf den Vulkan Batur, leckeres Essen und vieles mehr. Für alle die Instagram haben: In meinen Highlights habe ich euch meine Bali-Reisestorys abgespeichert.

Unfall mit 5 Millionen Schaden

Und da bei mir auch nicht alles super-duper läuft, zwei Geschichten für dich.

Ich hatte in Bali am Abflughafen was falsches gegessen und bin ca. 25 Stunden kotzend nach Hause geflogen (inkl. anderer nicht schöner Begleiterscheinungen). Aber genau das zeichnet mich aus: Ich werde von dieser Reise zu 100% schwärmen. Der Heimflug und die lange Bahnfahrt war im wahrsten Sinne kacke, aber hej, warum sich deshalb im Nachhinein drei wunderschöne Wochen vermiesen lassen?

Deshalb habe ich mich auch nicht von meinem Rollerunfall aus der Bahn werfen lassen. Kurz mal Bremse mit Gas verwechselt und im Stehen auf ein Auto hinten drauf gedonnert. Ja, es war schon ziemlich was kaputt am Auto. Und ja, der schlecht englisch-sprechende Balinese war nicht begeistert und wollte über 5 Millionen Indonesische Rupiah haben. Jetzt sofort. Nusa Penida ist halt ne Mini Insel und man hätte das Auto zur Reparatur erst nach Bali verschiffen müssen. Anna und ich hatten aber fast nichts mehr an Bargeld dabei. Dann wollte er zur Sicherheit meinen Reisepass. Aber nicht mit Knippi! Gib niemals deinen Ausweis in fremde Hände! Wir haben dann so lange diskutiert, bis er einverstanden war, dass ich ihm Abends das Geld zu einer Bar in der Stadt bringe. Die drei Geldautomaten auf der Insel, die ich im Umkreis von einer Stunde Rollerfahrt gefunden habe, waren aber allesamt leer! Bei einem konnte ich dann max. 2 Mio abheben. Das ist eben schon ganz anders wie bei uns in Deutschland. Nebenbei hat es noch aus Kübeln (!) gegossen und ich bin vor Bali noch niemals auch nur auf einem Roller gesessen, geschweige denn gefahren.

Ende der Geschichte: Ich habe den Typ gefunden, er war selber sehr froh, dass ich überhaupt kam und habe ihm ca. 4 Mio gegeben. Was umgerechnet auch “nur” 300 Euro sind. So nebenbei: In Bali wird man ganz leicht zum Millionär 😉

Weißt du was? Anna wäre nach dem Unfall am liebsten umgedreht. Unsere Laune war ja auch ordentlich verhagelt. Aber: Wir waren extra sehr, sehr lange zu diesem “geheimen” Strand gefahren. Und ich wollte ihn unbedingt sehen. Und soll ich dir was sagen? Wir haben es nicht bereut. Es war der schönste Strand, den ich in meinem ganzen Leben gesehen hatte! Hätte ich jetzt den ganzen Tag Trübsal blasen sollen? Sogar umdrehen und zurück in die Unterkunft? Wegen einem Blechschaden? No way bei Knippi!

Die vier Handy-Bilder zeigen

1. den schönsten Strand ever: Diamond Beach auf Nusa Penida
2.ein happy Knippi, als ich endlich einen Geldautomaten gefunden habe
3.strömender Regen bei Geldübergabe
4.extrem schlechte Straßen, kein Wunder, dass hier Unfälle passieren

Im APRIL habe ich dann einen großen Hochzeitsworkshop in Rechenberg veranstaltet. Workshops geben wollte ich dieses Jahr eigentlich viel öfter. Geschafft habe ich dann aber nach dem Workshop nur noch Einzelcoachings und Skypecoachings. Ein Ziel für nächstes Jahr ist es, definitiv noch mehr in die Workshop-Richtung zu gehen. Das macht einfach Spaß und es ist toll zu sehen, wie die “Schützlinge” Fortschritte machen!

Kamera-Ausrüstung gestohlen

Ende April ging es dann mit einer Fotografengruppe nach Los Angeles. Gemeinsam Fotografiere, Austauschen, Urlauben und L.A. erkunden war der Plan. Eine Reise die auch superschön war, die aber leider ziemlich teuer wurde. Denn während eines 20 minütigen Restaurant-Besuchs wurden die Scheiben unseres Mietwagens im hellerleuchteten Parkhaus eingeschlagen und sämtlicher Kofferrauminhalt gestohlen (u.a. auch der Reisepass eines Kollegen). Bei Fotografen kann das schnell ziemlich teuer werden. Alleine mir wurde Equipment im Wert von über 8000 Euro gestohlen (und ja, ich hatte keine Versicherung und blieb komplett auf dem Schaden sitzen). Keine schöne Erfahrung. Zumal ich die Bilder der letzten Tage noch nicht gesichert hatte (auch Shootingbilder, die wir von uns gegenseitig gemacht hatten)! U.a. wurde auch meine nagelneue Drohne entwendet (alle Fotos vom Hollywood Sign etc. natürlich auch weg) und mein neues iPhone. Das tat mir auch tatsächlich am meisten weh, wegen der Fotos z.b. vom Vortag in den Hollywoodstudios mit Hogwarts, in Hogsmeade etc. Ich mein: Harry Potter? Hallo? Da muss man einfach traurig sein!

Meine Erkenntnis? Ich habe mich selber noch besser kennengelernt. Bezeichne ich mich schon seit langem als sehr positiv denkende Person, so habe ich dort gemerkt, dass das wirklich zu 100% auf mich zutrifft. Natürlich war ich super super fertig, dass all meine Ausrüstung gestohlen worden war. Aber nach einem ausgiebigen Heulkrampf im Bett (am nächsten Morgen als sich der Schock gelegt hatte), versuchte ich schon wieder das Beste aus der Situation zu machen.

Wir hatten für den gleichen Tag mehrere Fotoshootings mit Modellen ausgemacht und das wollte ich auf keinen Fall absagen. Nein, denn deshalb war ich hergekommen! Während dem Shooting konnte ich ab und zu die  Reisekamera eines Kollegen ausleihen und trotzdem ein paar Bilder machen. Was hätte es gebracht? Sich die komplette Reise durch den Diebstahl versauen zu lassen? Nichts! Und genau deshalb habe ich mir die Laune nicht vermiesen lassen.

Fotoshooting in Crailsheim von Daniela KnipperModelshooting in Crailsheim

Und wisst ihr, was am Tag vor Abreise verrücktes passiert ist? Wir bekamen eine Nachricht auf Instagram, man habe zwei Rucksäcke gefunden. Wir trafen uns zur Übergabe kurz vor der Abflug (schon mit ordentlich Bammel – man weiß ja nie!). Und bekamen tatsächlich zwei Rucksäcke zurück. Einer davon war meiner. Natürlich war die Kamera nicht mehr drin, aber der Rucksack selbst hat natürlich auch einen Wert. Außerdem war (neben sehr vielen Scherben) noch ein Drohnenakku von mir darin (auch ca. 100 Euro wert), eine Handylinse, meine Sonnenbrille mit Stärke (und daher auch teuer) und von meinem Kollegen ein Filter-System (auch ca. 600 Euro wert) und sein Reisepass. Ich kann nur also behaupten mein Rucksack hat dieses Jahr wirklich besonders viel erlebt. Erst durfte er mit nach Bali, dann wurde er von Gangstern gefangen gehalten und anschließend kehrte er zu mir zurück.

Im MAI zog es mich mit meiner Bali-Freundin Anna nach Paris. Wir hatten ein ganz tolles AirBnB. Diese Art von Übernachtung kann ich sehr sehr empfehlen! Wir haben auch wieder fotografiert und natürlich viel erkundet!

Fotoshooting in Paris buchen

Im JUNI folgte dann ein weiterer Höhepunkt. Bei Dominik & Mareike stand die Hochzeit an. Und zwar in Österreich in Bad Hofgastein. Wer mich ein bisserl kennt, weiß, dass ich Österreich liebe (habe sogar die zweite Staatsbürgerschaft dort) und ich in den Bergen gerne und oft bin!

Hochzeit in Bad Hofgastein

Knapp eine Woche später ging es schon für die nächste Hochzeit rund 700 km an die Ostsee. Das Beach Motel ist eine mega coole Location in Heiligenhafen. Dort habe ich eine wunderbare freie Trauung begleitet. Das Brautpaarshooting am Strand und in den Dünen war natürlich auch etwas ganz besonderes für mich :). Dann hatte ich aber tatsächlich genug vom Reisen und fuhr früher als geplant zurück in die Heimat. Irgendwie bin ich halt doch auch gerne daheim. Arbeite sowieso auch gerne Zuhause und meinen Freund hab ich halt auch vermisst 😉

JULI & AUGUST wurde es dann auch etwas ruhiger. Anfang August ging es nach Südtirol. Erster längerer Urlaub mit meinem Freund, viel wandern, saunieren und superlecker Essen. Mit meiner besten Freundin war ich noch ein paar Tage in Mailand. An ihrem 30. Geburtstag war ich nämlich bei einer Hochzeit gebucht und konnte bei ihrer großen Sause nicht dabei sein. Ja, so ist das leider ab und zu mal, wenn man Selbstständig ist. Am besten weiß ich solche Termine immer schon ganz früh, damit ich sie mir reservieren kann. Aber so kamen wir dann eben in den Genuss der Städtereise und die war auch ziemlich schön!

Erster Auftritt auf der Bühne

So wurde 2019 dann doch wieder zu einem Reisejahr. Zwischen all den Hochzeiten stand im NOVEMBER noch etwas ganz Großes (für mich) an. Ich stand das erste Mal auf einer richtigen Bühne und hielt auf der Fotografenkonferenz Karma in Wien einen Vortrag über Social Media. Ich weiß noch als die Anfrage reinkam, war ich gerade in Bali. Und erst wollte ich direkt Absagen, aber fünf Minuten später hatte ich schon eine Idee und wollte es durchziehen!

Früher in der Schule habe ich Referate gehasst und als ich einmal vor der Klasse an der Tafel eine Chemieaufgabe lösen sollte, bin ich in Tränen ausgebrochen (gut, es hing quasi auch an mir, ob wir den Test schreiben müssen oder nicht). Ich bin mega stolz auf diese Erfahrung und bin sehr gespannt was da 2020 noch so kommt!

Vortrag halten auf einer Konferenz für Hochzeitsfotografen in Wien

Privates Glück gefunden

Auch privat hat sich einiges getan. So wohne ich seit vier Wochen nicht mehr in Crailsheim sondern bin mit Sack und Pack (ganz schön viel Sack & Pack) nach Öhringen gezogen. Da wohnt nämlich meine Freund und nun wohnen wir also zusammen. Mein Homeoffice ist eingerichtet und die ersten Aufträge sind auch schon von Öhringen aus bearbeitet. Ich bin ganz herzlich aufgenommen worden und fühle mich jetzt schon pudelwohl und ZUHAUSE. Einen schöneres Jahresabschluss hätte es für mich doch nicht geben können oder?

Kleines Fazit?

Für mich persönlich war es ein superpositives Jahr. Ich bin dankbar, dass ich gesund bin, von der Fotografie leben kann und darf und auch privat mein Glück gefunden hab.

Ich wünsch euch allen einen guten Start in 2020 und drücke euch virtuell ganz fest. Auf bald!