Wie wird man eigentlich ein Hochzeitsfotograf? Diese Frage bekomme ich ab und zu gestellt und darüber will ich heute mal erzählen. Ich selbst fotografiere seit 2011 und seit 2012 begleite ich Hochzeiten. Mittlerweile mache ich das sogar als selbstständige Hochzeitsfotografin.

Fotografin Heidenheim Daniela KnipperFrüher durfte man den Beruf des Fotografen NICHT als selbstständiges Handwerk ausüben, wenn man keine Meisterausbildung abgeschlossen hatte. Das hat sich Ende 2003 geändert. Man braucht also keinen Meisterbrief mehr und auch keinen Nachweis einer Fotografenausbildung. Ein Eintrag bei der Handwerkskammer ist aber auch für Kleinunternehmer Pflicht!

Mein Weg zur Hochzeitsfotografin

Hätte mir jemand vor zehn Jahren gesagt, dass ich mal einen SO wichtigen Tag mit meiner Kamera dokumentiere und dafür auch noch 3000 Euro bekomme, hätte ich es für einen Scherz gehalten. Vor zehn Jahren war ich nämlich noch ein FAMI (eine Fachangestellt für Medien- und Informationsdienste). Ich hab also in einer Bücherei gearbeitet und höchstens mal ein paar (schlechte) Handybilder geschossen. Im Laufe der Zeit änderten sich meine Interessen, eine zweite Ausbildung folgte und dann hatte ich plötzlich ein neues Hobby: Bilder bearbeiten und dadurch auch das Fotografieren.

Seit fünf Jahren mache ich auch ab und zu Fotos für die Tageszeitung. Es ist eine nette Abwechslung und ich bin oft bei spannenden Interviews dabei. So durfte ich für die Südwest Presse – Hohenloher Tagblatt u.a. den ehemaligen Skispringer Sven Hannwald und Welttorhüter Oliver Kahn fotografieren.

Sven Hannwald in MünchenSven Hannwald in München

Ich fotografierte zuerst Freundinnen, dann Models, dann kamen langsam fremde Personen auf mich zu (vor allem über Facebook). Diese wurden zu Kunden, das erste Geld floss. Ein Kleingewerbe wurde angemeldet und dann fragte mich eines meiner Paare, ob ich ihre Hochzeit fotografieren wolle. Jaaa… hm… warum nicht? Und ich war sofort infiziert und wusste, DAS ist es, was ich in meinem Leben machen mag!!

Ich merkt dann sehr schnell, dass mein Herz SO SEHR für die Fotografie schlug, dass und ich den Weg in die Selbstständigkeit gehen “musste”. Ich kündigte meinen Job als Redakteurin und bin nun Fotografin. Ganz ohne Ausbildung. Mein Schwerpunkt liegt bei Paaren & Hochzeiten. Das mache ich einfach am allerliebsten!

Du musst jetzt aber keinesfalls die Selbstständigkeit als Ziel haben. Vielleicht interessierst du dich einfach für das Thema Hochzeiten, hast auch schon einige Fotoshootings gemeistert, weißt aber nicht so richtig, wie du starten sollst?

Dann kommen hier meine 10 besten Tipps für den Weg in die Hochzeitsfotografie

  1. Beginne mit ganz normalen Paarshootings (am besten mit Freunden/ Bekannten). Du musst ein GEFÜHL FÜR DEINE PAARE bekommen. Brautpaare sind keine Models und am Hochzeitstag bleibt wenig Zeit für ein mega ausgedehntes Shooting. Oft sind sie anfangs verkrampft und du musst schöne Posen im Kopf haben und anleiten können. Damit du und schnell überzeugende Bilder im Kasten hast und diese im Shooting herzeigen kannst. So vermittelst du ihnen von Anfang an ein tolles Gefühl und Sicherheit
  2. BEHERRSCHE DEINE KAMERA im Schlaf. Bei Hochzeiten passiert so vieles, so schnell und kann nicht wiederholt werden z.b. der Kuss nach dem Ja-Wort, die Oma die weinend ihre Enkelin umarmt, der Papa der die Braut zum Altar führt. Du MUSST wissen, was du wo einstellen musst um ein korrekt belichtetes und scharfes Bild zu machen
  3. Fotografiere, fotografiere, fotografiere. Ich bin mittlerweile bei fast 100 Hochzeitsbegleitungen angekommen und besuche immer noch ein- bis zweimal im Jahr einen Workshop. Man lernt einfach nie aus und Wiederholung ist die beste Übung.
  4. Hast du verheiratete Freunde? Biete ihnen ein kostenloses After-Wedding-Shooting an, wenn du die Bilder für Portfolio-Zwecke verwenden darfst – Übung macht den Meister.
  5. Besuche WEITERBILDUNGEN (z.b. bei mir 😉 ), schau Videos auf Youtube, lese dich durch Facebook-Hochzeitsgruppen z.b. diese und diese. Für FotografINNEN empfehle ich ganz besonders die Gruppe Hochzeitsfotografinnen unter sich.
  6. Begleite einen anderen Hochzeitsfotografen als SECOND SHOOTER. Verlange kein Geld dafür. Sammle Erfahrung, schau genau zu, wie derjenige arbeitet, wie er mit Paaren umgeht, wie er sich verhält, welche Bilder ER/ SIE gemacht hat und welche DU gemacht hast. Wenn du dich schon sicherer fühlst und über eine guter Kamera verfügst, liegt der Stundenlohn für einen Second Shooter bei ca. 15 bis 30 Euro.
  7. Investiere in ZWEI GUTE KAMERAS. Es gibt kaum eine schlimmere Vorstellung als Fotograf, wie wenn die Kamera in einem wichtigen Moment versagt und KEIN hochwertiger Ersatz SOFORT greifbar ist. DAS würde ich dem Brautpaar nicht erklären wollen…
  8. Verkaufe dich nicht zu billig. Es ist schwer aus einem Kundenkreis herauszukommen, der nicht viel Geld für deine Leistung bezahlen möchte. Das kann unter Umständen Jahre dauern
  9. Du hast deine erste Hochzeit? Glückwunsch! Dann sei nett, höflich, unaufdringlich, liefere professionelle & HOCHWERTIGE Arbeit in einer angemessen Zeit ab. Das ist die beste Werbung für dich als Fotograf.
  10. ZEIGE deine Arbeiten, wenn es dir das Brautpaar erlaubt (frage unbedingt nach). Erzähl es deinen Freunden, lege dir ein Profil auf Instagram und Facebook zu. Bitte nach erfolgreichen Jobs um ein Feedback. Sage deinen Paaren direkt, dass du dich über eine Weiterempfehlung freust. Mundpropaganda ist immer noch eine der effektivsten Werbemittel.

Ich hoffe, meine Tipps helfen dir weiter! Wenn du magst, schreib mir gerne ein Feedback an info@daniela-knipper.de oder auf meinem Facebook-Account.

Weitere Tipps & Tricks verrate ich dir jeden Donnerstag in meinem Newsletter. Ich freu mich, wenn du dich anmeldest. 

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